2016 | AGGADA | אגדה | Benyamin Reich

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BENYAMIN REICH | APRIL 28TH - JUNE 18TH 2016
Vernissage | 12. Mai 2016 | 19 Uhr ||| Artist Talk | Moderation Christian Titze (RBB) | 09. Juni 2016 | 19 Uhr

Pressemitteilung

about: Juedische Allgemeine | Bilder, die von Herzen kommen | von Alice Lanzke | 28. April 2016

about: AGGADA | אגדה @ Photography in Berlin

Pressemitteilung

Die Galerie Podbielski Contemporary präsentiert Benyamin Reich mit seiner Ausstellung “Aggada | אגדה”, einer fotografischen Erzählung über das von intensiver Identitätssuche geprägte Leben des Künstlers, die gleichsam verbindend berichtet von zwei konträren Welten: Von Religions- und Kulturkämpfen, aber auch von einzelnen, ans Herz gehenden menschlichen Schicksalen.
Benyamin Reich verändert die Räume der Galerie dabei so, dass ein theatralisches Setting entsteht. Von außen kann der Besucher lediglich durch schmale Sehschlitze ins Innere der Galerie schauen: Der Blick in den abgedunkelten Ausstellungsraum offenbart dem
Betrachter eine kontrastiv mit Schwarz-Weiß spielende Installation. Auch die Fotografien zeigen Gegensätze – in den ausgestellten Werken vereint der Künstler Religion und Erotik scheinbar mühelos miteinander.
Reich, als Sohn eines Rabbiners geboren, der seine durch und durch jüdisch geprägte Heimat, das “Heilige Land” verließ, um in der Künstlerstadt Paris ein Kunststudium zu absolvieren, gibt in der Ausstellung “Aggada | אגדה” Einblicke in wichtige Stationen seiner eigenen, von intensiver Suche nach Identität geprägten Lebensreise und gewährt damit gleichzeitig einen einzigartigen Einblick in den aktuellen kulturübergreifenden Wandel Europas.
Zentraleuropa ist ein Mosaik der internationalen Kulturen geworden. Hier paaren sich Ethnien, treffen sich Religionen – hier werden multikulturelle Individuen geformt, die im Rahmen persönlicher Begegnungen und Erlebnisse ursprünglich widersprüchliche Kulturen und Weltanschauungen verschmelzen lassen – lebendiges Beispiel für diesen Prozess ist der Fotograf Benyamin Reich selbst: Das gläubige Jerusalem seiner Kindheit nie vergessend gelingt es ihm, seine Erlebnisse und Erfahrungen aus verschiedenen Ländern Europas fruchtbar in sein ursprüngliches Weltbild zu integrieren und dieses als unerschöpfliche innere Quelle seiner Fotografiekunst zu nutzen.
Die Ausstellung zeigt in der Nachkriegszeit entstandene kollektive, aber auch individuelle Kulturbrücken und verarbeitet dabei zugleich den tief erlebten persönlichen Schmerz des Künstlers und die teilweise noch immer brennenden Wunden der eigenen Vergangenheit. Der Titel “Aggada | אגדה” weist nichtzuletzt auf die tiefen jüdischen Wurzeln Benyamin Reichs hin und somit auch auf den Aspekt des nicht endenden Fremdseins in der Welt.